Lehrer wollen moralische Tugenden der Schüler fördern

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Die Charakterbildung von Schülerinnen und Schülern ist wichtiger als die jeweiligen Prüfungsleistungen.
Die Charakterbildung von Schülerinnen und Schülern ist wichtiger als die jeweiligen Prüfungsleistungen: Das hat eine Studie unter Lehrerinnen und Lehrern ergeben. ©pixabay.com
Das gegenwärtige Bildungssystem unterstütze Charakterbildung allerdings nur bedingt, hält die Studie fest.
Das gegenwärtige Bildungssystem unterstütze Charakterbildung allerdings nur bedingt, hält die Studie fest. ©pixabay.com

Eine gemeinsame Studie von der Uni Salzburg, der KPH Wien/Krems und der Uni Oxford zeigt: Lehrkräfte wollen vor allem moralische Tugenden, Urteilsvermögen und Resilienz ihrer Schülerinnen und Schüler fördern.

Der Schulbeginn steht vor der Tür. Bald geht es auch in Wien für die Schülerinnen und Schüler wieder mit dem Ernst des Lebens los. Rechtzeitig zum Schulstart wurde eine neue Studie unter Lehrerinnen und Lehrern, die von Wissenschaftlern der Universitäten Salzburg, Oxford und der KPH Wien/Krems durchgeführt und im "Journal of Moral Education" veröffentlicht. Sie ergab: Die Charakterbildung von Schülerinnen und Schülern ist wichtiger als die jeweiligen Prüfungsleistungen. "Ein überwältigender Anteil der befragten Lehrkräfte (94,6%) betont die Wichtigkeit der Charakterbildung für Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 14 Jahren, noch vor guten Prüfungsleistungen. Die Lehrkräfte glauben fest daran, dass die Entwicklung guter Charaktereigenschaften bedeutender für die Lernenden ist als rein akademische Erfolge", fasste Studienautor Roland Bernhard von der KPH Wien/Krems gegenüber Kathpress die Ergebnisse zusammen.

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Die Charakterbildung bei Schüler sei wichtiger als die Prüfungsleistung

Bernard leitet das internationale TEPACE-Projekt der KPH, an dem u.a. auch Evelyn Kropfreiter (Uni Salzburg und KPH Wien/Krems) und Tiarnach McDermott (Uni Oxford) mitarbeiten. Der Fachartikel trägt den Titel "Austrian secondary school teachers' views on character education: Quantitative insights from a mixed-methods study" und dokumentiert u.a. die Einstellungen und Ansichten österreichischer Sekundarstufenlehrkräfte zur Charakterbildung.

Moralische Tugenden der Schüler fördern

Neben der Bedeutung der Charakterbildung habe die Studie weiters gezeigt, dass Lehrkräfte insbesondere moralische Tugenden wie Mitgefühl (20,7 Prozent) und Ehrlichkeit (15,8 Prozent) als besonders wichtig erachten. "Diese wurden am häufigsten als die wichtigsten Charakterstärken genannt, die die Lernenden im Laufe ihrer Schulzeit entwickeln sollten." Dazu zähle weiters die Entwicklung von gutem Urteilsvermögen sowie Resilienz.

Bildungssystem unterstütze die Charakterbildung der Schüler nur bedingt

Das gegenwärtige Bildungssystem unterstütze diese Formen von Charakterbildung allerdings nur bedingt, hält die Studie fest. So würden die befragten Lehrkräfte angeben, "dass ein wahrgenommener Fokus auf standardisierte Testungen bisweilen die ganzheitliche Entwicklung in der Schule behindern kann", so Bernhard gegenüber Kathpress. Es werde etwa bemängelt, dass ein aus der Sicht der Lehrkräfte überladener Lehrplan wenig Raum für systematische Charakterbildung lasse.

Stärkere Integration der Charakterbildung ins Schulsystem gefordert

Es brauche daher eine stärkere Integration der Charakterbildung in das österreichische Schulsystem, schloss Bernhard. Zudem würde die Studie aufzeigen, dass Lehrkräfte eine "ganzheitliche Bildung", die sowohl Leistungen als auch charakterliche Entwicklung fördert, unterstützen - und sich ein Mehr an Charakterbildung letztlich auch positiv auf Prüfungsergebnisse und Tests auswirke.

(KAP/Red)

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