Unbequeme Frauenstimme

SONNTAGs-Jause
Ausgabe Nr. 61
  • Sonntagsjause
Autor:
Birgit Kelle in der Redaktion
Die „Antifeministin" Birgit Kelle setzt sich zwar lautstark für Frauen ein, widerspricht aber vielen feministischen Mainstream-Meinungen und bekommt deswegen regelmäßig Gegenwind aus diesem politischen Lager zu spüren. ©Sophie Lauringer

Birgit Kelle macht sich lauthals für Frauen stark und lässt sich von (oft weiblichen) Gegenstimmen nicht unterkriegen. Sie ist Mutter, Journalistin und Buchautorin. Für was sie steht und wie sie zum Aktivismus gekommen ist, hat sie uns in der SONNTAGs-Jause erzählt.

Zunächst ist Birgit Kelle gerne Frau. Als sie relativ jung, mit Mitte 20, Mutter wurde, wurde sie erstmals politisiert. Besonders wichtig war die Frage, wie es denn mit ihrer Arbeit aussehe. Eine Frage, die sie hauptsächlich von anderen Frauen gehört hat, die alle besser wussten, was für sie der „richtige" Lebensentwurf ist. Ein paar Jahre zu Hause bei ihren Kindern zu bleiben, war für viele keine Option. Birgit Kelle meint dazu: "Im Feminismus kannst du alles sein  - außer Hausfrau und Mutter". 

Leihmutterschaft ist gleich Unrecht

Zur unbequemen Stimme im Mainstream wurde die Deutsche aber mit ihrer Kritik an der Leihmutterschaft, die sie als moderne Prostitution bezeichnet. Für Birgit Kelle ist das Konzept von Leihmutterschaft pures Unrecht: Die weibliche Fruchtbarkeit wird ausgebeutet und Frauen werden zu „Brutkästen", wie sie es nennt, reduziert. Kinder werden wie personalisierbare Produkte behandelt, vom Geschlecht bis zur Hautfarbe kann man sich alles wie im Katalog aussuchen. Besonders stört sie dabei außerdem die Ausbeutung von Frauen in prekären Verhältnissen - mangelhaft über die Risiken von Leihmutterschaft aufgeklärt, wissen diese oft gar nicht, was sie für Geld in Kauf nehmen.

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„Die Gendertheorie ist keine Wissenschaft"

Was Birgit Kelle außerdem missfällt: „Die Gendertheorie sagt, dass unser biologisches Dasein nichts mit unserem echten Geschlecht zu tun hat. Das ist eine steile These, die bis heute noch nicht bewiesen ist.“ Laut Birgit Kelle ist die Gendertheorie keine Wissenschaft: „Sie ist eben nur eine Theorie, wird aber in der Politik als bewiesen behandelt." Über dieses Thema hat sie auch schon ein Buch mit dem direkten Namen „Gender GAGA" geschrieben: Besonders kritisch sieht sie Geschlechtsumwandlungen im Teenageralter: „Das ist Körperverletzung und Kindeswohlgefährdung." Die operativen Eingriffe sind irreversibel. In so jungen Jahren sollten laut ihr die Betroffenen nur mittels Psychotherapie behandelt werden.

Sie leugnet die Existenz von Transpersonen nicht - rügt allerdings die Leichtfertigkeit, mit der dieses, doch ernsthafte und komplexe Thema bei Kindern und Jugendlichen heutzutage häufig angegangen wird.

Toleranz ist keine Einbahnstraße

Die Mutter von vier Kindern will dabei allen Menschen mit Respekt begegnen. Und wie ist das mit den Frauenrechten? „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns darüber freuen, was wir sein können.“ Für sie steht dabei gegenseitige Toleranz im Mittelpunkt: „Toleranz ist keine Einbahnstraße - alle Bedürfnisse sind gleichwertig", postuliert sie. Heute leben wir im hart erkämpften Luxus, zwischen verschiedenen Lebensentwürfen entscheiden zu können. Ein positiver Schlussgedanke für alle Frauen.

 

Schinkensemmel mit Kren
©Sophie Lauringer

Rezept: Semmel mit Beinschinken

 

Zutaten

Handgemachte Bäckersemmel
Beinschinken
Frisch geriebener Kren

 

Gejausnet wurde eine saftige Schinkensemmel. Auf diesen Genuss freut sich Birgit Kelle immer, wenn sie nach Wien kommt. Sie schätzt die österreichische Variante Schinken, mit frischem Kren. Das ist in Deutschland nicht bekannt.

Autor:
  • Sophie Lauringer
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