Heilige Heiterkeit: Cartoons von Gerhard Mester

Ein humorvoller Blick in die Bibel
Ausgabe Nr. 9
  • Kunst und Kultur
Autor:
©Gerhard Mester
©Gerhard Mester
©Gerhard Mester
©Gerhard Mester
©Gerhard Mester

Der Karikaturist Gerhard Mester bringt biblische Szenen humorvoll aufs Papier. Seine Cartoons betrachten das Evangelium aus einer neuen, heiteren Perspektive. Fünf seiner Zeichnungen zum Matthäusevangelium zeigen, dass Glaube und Humor kein Widerspruch sind – sondern eine lebendige Verbindung eingehen können.

Jesus, der seine Jünger mit Flipcharts auf ihr Apostelamt vorbereitet oder gekonnt wie ein Surfer dem Sturm auf dem See Gennesaret trotzt. Der bekannte deutsche Karikaturist Gerhard Mester vermittelt in Cartoons Szenen der Bibel stets mit einem Augenzwinkern. Die Leser bekommen Einblick in ein Leben, das menschlich und göttlich zugleich war, aber bestimmt nicht ohne Humor.

Werbung

Matthäusevangelium als Humor-Quelle

„Ich habe das Matthäusevangelium in Karikaturen gefasst, um mich mit meinen katholischen Wurzeln auseinanderzusetzen“, sagt Gerhard Mester. Durch die zeichnerische Beschäftigung sei ihm bewusst geworden, wie lebendig, konkret und politisch die Texte tatsächlich sind. Sein Ziel ist es, die Bibel als ein Buch voller Leben zu zeigen – und nicht als verstaubte Sammlung moralischer Gebote.

Humor ermöglicht Distanz, aber auch eine spielerische Annäherung an Texte, die oft als schwer verständlich oder weltfremd empfunden werden. Mester selbst betont: „Die Bibel ist voller Menschlichkeit, Irrungen und Wirrungen – warum sollten wir sie also immer nur mit ernster Miene betrachten?“ Der 1956 geborene Gerhard Mester studierte Graphik-Design und ist seit 1985 als Karikaturist tätig. Seine Arbeiten erscheinen in verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen, darunter das „Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt“ und „Publik-Forum“. „Gute Karikaturen legen den Finger in die Wunde. Sie tun zuweilen weh und haben doch immer die Heilung im Sinn. Es geht stets um wahr und falsch, um gut und schlecht. So gesehen sind Karikaturisten auch Sozialarbeiter“, erläutert der Zeichner.

Humor als produktive Ressource

Der Theologe Andreas G. Weiß argumentiert in seinem Buch „Ausgelacht. Glaube und die Grenzen des Humors“, dass Humor eine produktive Ressource für die christliche Religiosität sein kann. Humor könne ernste Themen und Kritik vermitteln und dabei helfen, eine realistische Selbsteinschätzung zu fördern.

Heitere Gelassenheit

Humor als religiöse Haltung bedeutet jedoch nicht, den Glauben ins Lächerliche zu ziehen. Vielmehr geht es darum, übertriebene Ernsthaftigkeit zu hinterfragen und sich eine heitere Gelassenheit zu bewahren. „Leichtigkeit ist ein Geschenk, das wir auch in der Bibel finden können“, sagt Gerhard Mester. Seine Cartoons laden dazu ein, die Heilige Schrift neu zu entdecken – mit einem Lächeln und der Offenheit für überraschende Einsichten.
Letztlich zeigt die Arbeit von Mester, dass Glaube kein starres System ist, sondern eine lebendige Auseinandersetzung mit Fragen nach Sinn, Moral und Hoffnung. Wer biblische Geschichten mit Humor betrachtet, entdeckt darin oft eine tiefere Wahrheit – und manchmal auch sich selbst.

©Gerhard Mester

Buchtipp: Mensch Jesus

Gerhard Mester, Mensch, Jesus. Biblische Cartoons, edition chrismon, 48 Seiten, ISBN: 978-3-96038-414-4, EUR 10,30

Hier geht es zur Buchbestellung

©Gerhard Mester

Buchtipp: Wer Ohren hat, der höre ...!

Gerhard Mester, Wer Ohren hat, der höre ...! Das Matthäusevangelium in Karikaturen, edition chrismon, 240 Seiten, ISBN: 978-3-96038-413-7, EUR 28,80

Hier geht es zur Buchbestellung

Schlagwörter
Autor:
  • Portraitfoto von Agathe Lauber-Gansterer
    Agathe Lauber-Gansterer
Werbung

Neueste Beiträge

| Sonntag
8. Sonntag im Jahreskreis, LESEJAHR C – 30. Februar 2025

Wort zum Evangelium von Maria Plankensteiner- Spiegel

| Spiritualität
Glaubenszeugnis

Anna Hiermann, 21, hielt die katholische Kirche jahrelang für „ewiggestrig“ und „reaktionär“ und wollte nichts mit ihr zu tun haben. Vor einem Jahr änderte sich das: Wie aus heiterem Himmel kam ihr die Idee, sich firmen zu lassen.

| Chronik
Sehenswert

Was war los in Wien und Niederösterreich?