Freud jenseits des Glaubens

Ein leidenschaftlicher Ungläubiger
Ausgabe Nr. 50
  • Kunst und Kultur
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Kammerspiel zweier Denker: Freud und Lewis fragen sich: „Gibt es Gott?“ Der eine glaubt nicht, der andere schon.
Kammerspiel zweier Denker: Freud und Lewis fragen sich: „Gibt es Gott?“ Der eine glaubt nicht, der andere schon. ©XVerleih/PatrickRedmond

Der atheistische Gigant trifft auf den traumatisierten katholischen Gelehrten. Sigmund Freud und C. S. Lewis diskutieren leidenschaftlich einen Tag lang, während der Weltuntergang des Zweiten Weltkriegs beginnt.

London, 3. September 1939. Der weltweit verehrte Sigmund Freud (Oscarpreisträger Anthony Hopkins, erwartungsgemäß auf der Höhe seines Könnens)  ist mit seiner Tochter Anna Freud (Liv Lisa Fries) vor dem Nazi-Regime aus Wien geflohen. 

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Freud und die Frage: Gibt es einen Gott?

Anna, selbst Psychoanalytikerin mit einem Schwerpunkt auf Kinderanalyse, ordnet ihr gesamtes Leben dem todkranken und tyrannischen Vater unter. Er bestimmt auch weiterhin, ob sie mit ihrer Partnerin Dorothy Tiffany Burlingham (Jodi Balfour) leben darf. Sie darf es zunächst einmal nicht. Wenige Tage vor seinem Tod stattet ein Gelehrter vom College der University of Oxford Freud einen Besuch ab. Bis heute ist nicht klar, wer der Besucher ist. Im Film ist es C. S. Lewis (Matthew Goode, höflich-britisch), der später mit „Die Chroniken von Narnia“ Weltruhm erlangen wird. An diesem Tag liefern sich diese zwei Denker einen kontroversen Diskurs über Liebe, den Glauben, die Zukunft der Menschheit und die Frage: Gibt es einen Gott? 

Berührender Tod

Regisseur Matthew Brown bringt den dramatischen Tag mit eindringlichen Rückblenden der Protagonisten als Kammerstück. Berührend der Tod von Freuds Tochter Sophie und Enkel Heinz sowie die Kriegserlebnisse von Lewis. Er ist an der Seite seines besten Freundes, als dieser am Schlachtfeld stirbt. 

Film für Freud-Begeisterte

Belebt wird die Szenerie durch einen vermeintlichen Bombenangriff mit einer eindringlichen Hypnose, den geliebten Chow-Chow Lun, mit dem Lewis eine Gassirunde gehen muss und so manches Glas Whisky, mit dem der sterbenskranke, aber nach wie vor messerscharfe Analytiker Freud seine Schmerzen mit­samt Morphium betäubt. Das dauert lange, etwas zu lange – das Ende ist versöhnlich und ruhig. Anna bringt Dorothy mit nach Hause, Professor Freud stirbt drei Wochen nach dem Treffen und der Literaturprofessor wird sich wohl bald daran machen, seine Chroniken von Narnia zu schreiben. Freud-Begeisterten und Literatur-Fans sei der 108 Minuten lange Streifen ans Herz gelegt.

©imdb

Gewinnspiel:

„Freud – Jenseits des Glaubens“ startet am 19. Dezember in den Kinos. Gewinnen SIe zwei Eintrittskarten. Liken Sie unseren Facebook-Beitrag oder auf Instagram dazu und kommentieren Sie unter dem Beitrag bis 2.1.2025.

Hier geht es zum Film-Trailer

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Autor:
  • Sophie Lauringer
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