„Eintritt frei“ – echt jetzt?

Ausgabe Nr. 5
  • Die Kirche und ich
Autor:
Finger auf Computertastatur
©iStock

Oft sagt der Papst etwas, was schon längst gilt, aber so einfach und so ohne Wenn und Aber von der Welt noch nicht gehört worden ist und Menschen erreicht, die sich das bis jetzt ganz anders vorgestellt haben.

Wenn ein Papst gern und oft auch unvorbereitet mit Journalisten redet – und sich auch wenig darum kümmert, ob das, was sie schreiben, auch dem entspricht, was er gemeint hat – kommen nicht nur Dogmatikprofessoren ins Schwimmen, sondern auch viele Normalkatholiken, die ihre Lebensführung gern an den Geboten der Kirche ausrichten wollen. Ist, was in Papst-Interviews steht, bloße Privatmeinung? Ist es eine authentische Ausdeutung der Lehre oder nur eine persönliche Betrachtung?

Werbung

Das ist die verwirrende Wirkung eines Papstes, der redet wie es ihm einfällt. Freilich gibt es auch eine erhellende Wirkung: Oft sagt der Papst etwas, was schon längst gilt, aber so einfach und so ohne Wenn und Aber von der Welt noch nicht gehört worden ist und Menschen erreicht, die sich das bis jetzt ganz anders vorgestellt haben. Jetzt hat Franziskus zum Beispiel gesagt, er denke manchmal, man sollte an Kirchentüren eine Tafel aufhängen: „Eintritt frei!“, damit jeder weiß, dass er in einer Gottesdienstgemeinde willkommen ist. Während der „gelernte“ Katholik vielleicht geneigt ist zu sagen: „Was für ein Unsinn, man hat ja noch nie Eintritt für eine Messe zahlen müssen!“, würde sich ein anderer vielleicht tatsächlich deswegen einzutreten trauen.

Und so kommt es manchmal, dass die Experten heftig über den genauen Bedeutungsinhalt einer salopp hingesagten Äußerung diskutieren, während sich für Außenstehende eine erfrischende neue Sicht von Kirche aufgetan hat. Vielleicht hat der Papst das gemeint, als er von einer Kirche gesprochen hat, die besser verbeult ist, als dass sie sich aus Angst vor Kollisionen einschließt. Und die Verwirrung? Da vertraue ich, wie in  so vielen Dingen, auf den Heiligen Geist.

Autor:
  • Michael Prüller
Werbung

Neueste Beiträge

| Heiter bis heilig
Anekdoten

Pater Andreas Hiller aus der Marienpfarre in Wien-Hernals versuchte den Konflikt zwischen zwei älteren Damen aus der Pfarre zu schlichten und lud sie nach ein paar Versuchen auf ein Glas Wein ein. Sie wurden endlich Freundinnen.

| Termine
Highlights

Entdecken Sie spirituelle Höhepunkte in Wien und Niederösterreich. Stöbern Sie in unseren sorgfältig ausgewählten Terminen für kirchliche Highlights und lassen Sie sich inspirieren.

| Hirtenhund
Hirtenhund

Der Hirtenhund bellt diese Woche über den "Krawall-Pfarrer" aus der Steiermark, der Donald Trump als "neue Hoffnung für Staat und Kirche" belobigte.