Bewegte Jahre

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 48
Autor:
Das Vertrauen in Gott lässt Christine Mills fröhlich und zuversichtlich bleiben - auch in bewegten Jahren.
Das Vertrauen in Gott lässt Christine Mills fröhlich und zuversichtlich bleiben - auch in bewegten Jahren. ©privat

Als Kind freute sich Christine Mills, 62, ihren Spitznamen ‚Christi‘ so oft im Gottesdienst zu hören. Als Erwachsene helfen ihr vertraute Bibelverse, auch schwierige Zeiten und bewegte Jahre zu überstehen.

Christine Mills aus Floridsdorf hat in der Gemeinde ‚Don Bosco‘, die heute zur Pfarre ‚Der Weg Jesu‘ gehört, vor mehr als 25 Jahren ihre Heimat gefunden. 

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Frau Mills, Sie haben sich immer mit großer Freude in der Pfarre engagiert. Derzeit sind Sie nicht ganz zufrieden. Was ist los? 

Momentan fühle ich mich eher überlastet. Früher, als ich noch berufstätig war, wurde weniger von mir erwartet. Seit zwei Jahren bin ich in Pension, und es gibt sehr viel zu tun. Dazu kommen die neuen Strukturen in der Pfarre, an die wir uns alle noch gewöhnen müssen. Das Interessante ist, dass mir mitten in dieser Belastung immer wieder Bibelverse zufallen. Gerade begleitet mich die Stelle aus dem 2. Korintherbrief, wo es heißt: ‚... wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert.‘ Das hilft mir.  
 

Bibelstellen als Hilfe in bewegten Jahren

Ihnen fallen Bibelstellen zu, das klingt schön. Wie muss man sich das vorstellen?

Ich kann nicht behaupten, dass ich zurzeit regelmäßig in der Heiligen Schrift lese. Aber mit meinen 62 Jahren habe ich schon viel aus der Bibel gehört und gelesen, da kommt ein gewisses Repertoire zusammen. Und manchmal kommt das, was ich irgendwann einmal gehört habe, wieder an die Oberfläche. Vielleicht spielt mir Gott diese Worte zu? Ich kann es nicht genau sagen. Auf jeden Fall kommen die Verse, wenn ich sie gut gebrauchen kann. Es ist, als würde ich aus einem Schatz schöpfen, der in der Tiefe liegt. 

Sind Sie in einer gläubigen Familie aufgewachsen?

Ja, der Glaube war bei uns selbstverständlich. Ich habe mich auch immer sehr wohl in der Kirche gefühlt. Dazu eine kleine Anekdote: Mein Vorname ist ja Christine, aber alle haben mich ‚Christi‘ genannt. Als Kind war es für mich sehr besonders, dass ‚Christi‘, mein Name, in der Kirche immer wieder gefallen ist. Irgendwann wurde ich als junge Frau von einem Priester gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, in einen Orden einzutreten. Meine erste spontane Antwort war ‚Nein‘. Aber der Wunsch ist gewachsen, und ich bin später wirklich bei den Karmelitinnen eingetreten.   
 

Bewegte Jahre: Zeit wie ein Puzzlestein

Ein kontemplativer Orden, in dem sich das Leben in Klausur abspielt. Wie haben Sie diese Jahre erlebt? 

Es war eine gute und prägende Zeit. Es handelt sich um ein sehr beschauliches Leben. Man lebt im Schweigen und spricht nur zu gewissen Zeiten. Irgendwann habe ich aber an meiner Berufung gezweifelt. Und noch bevor ich die ewigen Gelübde abgelegt habe, bin ich ausgetreten. Ich bin aber im Guten gegangen. Für mich war diese Zeit wie ein Puzzlestein, der sich zu den anderen Puzzlesteinen in meinem Leben fügt.
 

„Die Zeit im Orden war für mich immer wie ein Puzzlestein, der sich zu den anderen Puzzlesteinen in meinem Leben fügt.“

Christine Mills 

Durch bewegte Jahre

Sie haben später geheiratet und zwei Kinder bekommen. Die Ehe verlief ganz anders als erwartet und Sie haben sich von Ihrem Mann getrennt. Dazu kommt, dass Ihr Sohn als Jugendlicher schwer erkrankt ist. Das hört sich nach bewegten Jahren an. 

In denen ich mich aber immer geführt und getragen gefühlt habe. Meine Familie hat mich immer sehr unterstützt. Zwei meiner Geschwister leben auch in Wien, sie haben immer die Stellung gehalten. Und als Alleinerziehende habe ich Anschluss in der Pfarre gefunden. Ich habe von vielen Seiten Unterstützung erfahren.

Autor:
  • Sandra Lobnig
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