7. Mai: Gisela von Ungarn

Geisel und Königin
Ausgabe Nr. 18
  • Heiligenschein
Autor:
Gisela von Ungarn
Der Krönungsmantel der ungarischen Könige zeigt Gisela. ©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Der Name unserer Tagesheiligen bedeutet: die Geisel. Und das wurde sie auch, aber es ist gut ausgegangen, soviel sei vorab verraten. Die Rede ist von Gisela, der Ehefrau des ungarischen Königs Stephan. Geboren wurde Gisela um 985. Ihr Vater Heinrich II. hatte den charmanten Beinamen der Zänkerer. Gisela wurde mit zehn Jahren mit Prinz Stephan verheiratet. Bereits zwei Jahre später wurde sie an der Seite ihres Mannes Königin von Ungarn.

Werbung

Rund 40 Jahre lang übte sie dieses Amt aus. Sie unterstützte die Idee Stephans von der – mitunter gewalttätigen – Christianisierung Ungarns. Sie stiftete auch eine Kasel, auf der sie abgebildet ist, nicht etwa ihr Mann, und die wurde später der Krönungsmantel der ungarischen Könige. Besonders tragisch war der Tod des Thronfolger Emmerichs 1031 auf der Jagd. 1038 starb dann Stephan. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Peter. Gisela wurde danach von ihren heidnischen Gegnern verfolgt und vier Jahre gefangen gehalten. 1042 wurde Peter gestürzt und die Königin befreit. Sie ging daraufhin zurück in ihre Heimat  und trat ins Kloster Niedernburg in Passau ein, wo sie im damals hohen Alter von 75 Jahren am 7. Mai 1060 starb. Ihr Grab ist bis heute Ziel ungarischer Wallfahrer. In Wien erinnert die Giselagasse im 14. Bezirk an sie. 

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

Schlagwörter
Autor:
  • Bernadette Spitzer
Werbung

Neueste Beiträge

| Heiligenschein
Geduldiger Stigmatiker

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

| Heiligenschein
Der Heilige fürs Web

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

| Heiter bis heilig
Anekdoten

Pater Andreas Hiller aus der Marienpfarre in Wien-Hernals versuchte den Konflikt zwischen zwei älteren Damen aus der Pfarre zu schlichten und lud sie nach ein paar Versuchen auf ein Glas Wein ein. Sie wurden endlich Freundinnen.